Nachschlagewerk für Angehörige
Pflegelexikon
Fachbegriffe aus Intensivpflege, Beatmung und Pflegerecht — verständlich erklärt.
55 Begriffe im Lexikon
A
- ABEDL nach Krohwinkel ABEDL ABEDL ist ein Pflegemodell, das die Pflege entlang der Aktivitäten, Beziehungen und existenziellen Erfahrungen des Lebens strukturiert.
- Absaugen Absaugen bezeichnet das Entfernen von Sekret aus den Atemwegen mit einem Katheter und einem Absauggerät.
- ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ALS ALS ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der die Nervenzellen zugrunde gehen, die die Muskulatur steuern.
- Anschubfinanzierung Die Anschubfinanzierung ist ein einmaliger Zuschuss der Pflegekasse für die Gründung einer ambulant betreuten Wohngruppe.
- Atemtherapie Atemtherapie umfasst Techniken und Übungen, die die Atmung unterstützen und den Abtransport von Sekret erleichtern sollen.
- Außerklinische Intensivpflege Intensivpflegerische Versorgung außerhalb des Krankenhauses, geregelt in § 37c SGB V. Themenseite
B
- Beatmungsfilter HME Ein Beatmungsfilter ist ein Aufsatz für die Trachealkanüle, der die Atemluft anfeuchtet, erwärmt und filtert.
- Beatmungspflege Pflegerische Versorgung von Menschen, die dauerhaft auf ein Beatmungsgerät angewiesen sind. Themenseite
- Behandlungspflege Behandlungspflege umfasst ärztlich verordnete medizinische Maßnahmen, die von Pflegefachkräften durchgeführt werden.
- Betreuungsleistungen Angebote zur Begleitung im Alltag, die neben der pflegerischen Versorgung erbracht werden. Themenseite
D
- Dekanülierung Dekanülierung bezeichnet das dauerhafte Entfernen der Trachealkanüle, nach dem sich das Tracheostoma verschließen kann.
- Dekubitusprophylaxe Dekubitusprophylaxe umfasst pflegerische Maßnahmen, die dem Entstehen von Druckgeschwüren entgegenwirken sollen.
- Demenz-Wohngemeinschaft Wohnform, in der Menschen mit Demenz gemeinsam leben und rund um die Uhr betreut werden. Themenseite
- Dysphagie Dysphagie ist der medizinische Begriff für eine Schluckstörung, bei der Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel nicht sicher geschluckt werden können.
E
- Eins-zu-eins-Versorgung Bei der Eins-zu-eins-Versorgung ist eine Pflegefachkraft während ihres Dienstes ausschließlich für einen Menschen zuständig.
- Enterale Ernährung Enterale Ernährung bezeichnet die Zufuhr von Nahrung über eine Sonde direkt in den Magen-Darm-Trakt.
- Entlastungsbetrag Der Entlastungsbetrag ist ein monatlicher Betrag der Pflegekasse, der ab Pflegegrad 1 für bestimmte Unterstützungsangebote eingesetzt werden kann.
I
- Intensivpflege Pflegerische Versorgung von Menschen mit besonders hohem und ständigem Überwachungsbedarf. Themenseite
- Intensivpflege-Wohngemeinschaft In einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft leben mehrere Menschen mit intensivpflegerischem Bedarf in eigenen Zimmern zusammen und werden rund um die Uhr von Fachpersonal versorgt.
- Invasive Beatmung Invasive Beatmung ist eine maschinelle Beatmung über einen künstlichen Zugang zur Luftröhre, in der Regel über eine Trachealkanüle im Tracheostoma.
- IPReG IPReG Das IPReG ist das Gesetz, mit dem die außerklinische Intensivpflege neu geordnet und als eigener Leistungsanspruch in § 37c SGB V verankert wurde.
M
- Medizinischer Dienst MD Der Medizinische Dienst ist eine unabhängige Institution, die unter anderem die Pflegebedürftigkeit begutachtet und Pflegedienste prüft.
- Monitoring Monitoring bezeichnet die fortlaufende Überwachung von Vitalwerten wie Sauerstoffsättigung, Puls und Atmung durch Geräte und Pflegefachkräfte.
P
- § 132l SGB V § 132l SGB V regelt die Verträge, die Krankenkassen mit Pflegediensten über die außerklinische Intensivpflege schließen.
- § 37c SGB V § 37c SGB V ist die gesetzliche Grundlage der außerklinischen Intensivpflege und regelt sie als Leistung der Krankenkasse.
- PEG-Sonde PEG Eine PEG-Sonde ist ein dünner Schlauch, der durch die Bauchdecke direkt in den Magen führt und der Ernährung dient.
- Pflegegeld Pflegegeld ist eine Geldleistung der Pflegekasse, die pflegebedürftige Menschen ab Pflegegrad 2 erhalten, wenn sie die Pflege selbst organisieren.
- Pflegegrad Der Pflegegrad beschreibt, wie stark die Selbstständigkeit eines Menschen beeinträchtigt ist, und bestimmt den Umfang der Leistungen der Pflegekasse.
- Pflegehilfsmittel Pflegehilfsmittel sind Produkte, die die Pflege erleichtern oder Beschwerden lindern sollen und von der Pflegekasse bezuschusst werden.
- Pflegeüberleitung Pflegeüberleitung bezeichnet die organisierte Vorbereitung und Begleitung des Übergangs von der Klinik in die häusliche Versorgung.
- Potenzialerhebung Die Potenzialerhebung ist eine ärztliche Untersuchung, die einmal jährlich prüft, ob eine Entwöhnung von der Beatmung oder eine Dekanülierung möglich erscheint.
Q
- Qualitätsprüfung Die Qualitätsprüfung ist die regelmäßige Überprüfung ambulanter Pflegedienste durch den Medizinischen Dienst nach § 114 SGB XI.
- Querschnittlähmung Eine Querschnittlähmung entsteht durch eine Schädigung des Rückenmarks, wodurch Bewegung und Empfindung unterhalb der geschädigten Stelle ausfallen können.
S
- Sauerstofftherapie Bei einer Sauerstofftherapie wird der Atemluft zusätzlicher Sauerstoff beigemischt, ohne dass ein Gerät die Atemarbeit übernimmt.
- Sekretmanagement Sekretmanagement fasst alle Maßnahmen zusammen, die Sekret in den Atemwegen verflüssigen, lösen und den Abtransport unterstützen.
- SGB V SGB V Das SGB V ist das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch und regelt die gesetzliche Krankenversicherung.
- SGB XI SGB XI Das SGB XI ist das Elfte Buch Sozialgesetzbuch und regelt die soziale Pflegeversicherung.
T
- Trachealkanüle Eine Trachealkanüle ist ein kurzes, gebogenes Röhrchen, das im Tracheostoma sitzt und den Zugang zur Luftröhre offen hält.
- Tracheostoma Ein Tracheostoma ist ein operativ angelegter Zugang zur Luftröhre am Hals, über den beatmet und Sekret abgesaugt werden kann.
- Tracheostomapflege Tracheostomapflege umfasst alle pflegerischen Maßnahmen rund um das Tracheostoma: Reinigung, Verbandwechsel, Hautbeobachtung und Kanülenversorgung.
V
- Verhinderungspflege Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegekasse, die einspringt, wenn die private Pflegeperson vorübergehend ausfällt.
- Verordnung außerklinischer Intensivpflege Die Verordnung außerklinischer Intensivpflege ist die ärztliche Anordnung, die zusammen mit der Genehmigung der Krankenkasse Voraussetzung für die Versorgung ist.
W
- Wachkoma Wachkoma bezeichnet einen Zustand nach schwerer Hirnschädigung, in dem Betroffene die Augen öffnen, aber nicht gezielt auf ihre Umgebung reagieren.
- Weaning Weaning bezeichnet die schrittweise Entwöhnung vom Beatmungsgerät mit dem Ziel, wieder eigenständig zu atmen.
- Wohngruppenzuschlag Der Wohngruppenzuschlag ist ein monatlicher Betrag der Pflegekasse für Menschen, die in einer ambulant betreuten Wohngruppe leben.
- Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind Umbauten in der Wohnung, die die Pflege ermöglichen oder erleichtern und von der Pflegekasse bezuschusst werden.
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