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Unterdruck-Wundtherapie

Auch: Vakuumtherapie, negative Wunddrucktherapie, NPWT, Unterdrucktherapie

Unterdruck-Wundtherapie

Unterdruck-Wundtherapie – Bei der Unterdruck-Wundtherapie wird eine Wunde mit einem Füllmaterial versorgt, luftdicht abgeklebt und über eine Pumpe einem kontrollierten Unterdruck ausgesetzt. Wundsekret wird dabei in einen Auffangbehälter abgeleitet.

Die Unterdruck-Wundtherapie ist ein ärztlich verordnetes Verfahren zur Behandlung bestimmter Wunden. Umgangssprachlich wird sie oft Vakuumtherapie genannt, in Fachtexten findet sich die englische Abkürzung NPWT. Sie kommt vor allem bei größeren, tiefen oder stark sezernierenden Wunden in Betracht.

Der Aufbau

Die Wunde wird zunächst nach ärztlicher Anordnung gereinigt und mit einem Füllmaterial versorgt, meist einem offenporigen Schaumstoff oder einer speziellen Gaze. Darüber kommt eine luftdichte Folie, die den Bereich versiegelt. Ein Anschluss verbindet die Wunde über einen Schlauch mit einer Pumpe. Diese erzeugt einen definierten Unterdruck, entweder dauerhaft oder in Intervallen. Austretendes Wundsekret wird in einen Auffangbehälter abgeleitet.

Sämtliche Einstellungen, die Wahl des Füllmaterials und die Wechselintervalle legt das behandelnde ärztliche Team fest. Das Pflegeteam setzt diese Anordnungen um und dokumentiert sie.

Was das Pflegeteam beobachtet

Im Vordergrund steht die Dichtigkeit des Verbands. Verliert das System Luft, arbeitet die Pumpe dauerhaft und meldet einen Alarm. Ebenfalls kontrolliert werden Menge, Farbe und Geruch des abgeleiteten Sekrets. Hinzu kommen der Zustand der Haut unter der Folie und der Verlauf des Schlauchs. Er darf keinen Druck auf die Haut ausüben.

Schmerzäußerungen werden ernst genommen und dokumentiert, ebenso Veränderungen der Körpertemperatur oder des Allgemeinzustands. Bei Blutung im Auffangbehälter, plötzlich stark ansteigender Sekretmenge oder anhaltendem Alarm wird umgehend das behandelnde ärztliche Team informiert.

Anforderungen an die Versorgung zu Hause

Der Verbandwechsel erfolgt unter aseptischen Bedingungen durch qualifizierte Pflegefachkräfte, die in das jeweilige System eingewiesen sind. Benötigt werden außerdem ein verlässlicher Materialnachschub, eine Stromversorgung mit Akkubetrieb für Wege außer Haus und eine klare Erreichbarkeitsregelung für den Notfall.

Ob das Verfahren im Einzelfall geeignet ist, welche Wunden dafür nicht infrage kommen und wie lange es fortgeführt wird, entscheidet allein das behandelnde ärztliche Team. Über die Kostenübernahme entscheidet die Krankenkasse auf Grundlage der Verordnung.

Rechtsgrundlage

Häufige Fragen

Wer entscheidet über den Einsatz?

Ausschließlich das behandelnde ärztliche Team. Es legt fest, ob das Verfahren infrage kommt, mit welchen Einstellungen gearbeitet wird und in welchen Abständen der Verband gewechselt wird. Ein Pflegedienst führt die Maßnahme auf Verordnung und nach Anordnung durch.

Kann die Therapie zu Hause fortgeführt werden?

Häufig wird sie im Krankenhaus begonnen und im häuslichen Umfeld weitergeführt. Voraussetzung sind eine ärztliche Verordnung, eine gesicherte Versorgung mit dem benötigten Material und Pflegefachkräfte, die in das eingesetzte System eingewiesen sind. Die Genehmigung erteilt die Krankenkasse.

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