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Demenz

Auch: demenzielle Erkrankung, Alzheimer-Erkrankung, hirnorganisches Psychosyndrom

Demenz

Demenz – Demenz bezeichnet den fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung und Sprache, der die selbstständige Lebensführung zunehmend einschränkt.

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, bei denen geistige Fähigkeiten über längere Zeit abnehmen. Betroffen sind vor allem das Gedächtnis, die zeitliche und räumliche Orientierung, die Sprache und das Urteilsvermögen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung, daneben gibt es unter anderem gefäßbedingte und frontotemporale Formen.

Was sich im Alltag verändert

Der Verlauf ist individuell verschieden. Häufig fällt zuerst auf, dass Verabredungen vergessen werden oder vertraute Wege plötzlich Mühe machen. Später kommen Schwierigkeiten hinzu, alltägliche Handlungen in der richtigen Reihenfolge auszuführen: sich anziehen, eine Mahlzeit zubereiten, das Telefon bedienen. Auch das Zeitgefühl verändert sich, weit zurückliegende Erinnerungen bleiben oft länger verfügbar als das, was vor einer Stunde geschehen ist.

Für Angehörige sind meist nicht die Gedächtnislücken das Schwierigste, sondern Veränderungen im Verhalten: Unruhe am Abend, Misstrauen, der Drang, das Haus zu verlassen. Diese Situationen sind belastend, weil sie unvorhersehbar auftreten und rund um die Uhr Aufmerksamkeit verlangen.

Was in der Pflege hilft

Die pflegerische Begleitung setzt bei dem an, was noch vorhanden ist. Eine wiederkehrende Tagesstruktur gibt Halt, weil sie den Tag vorhersehbar macht. Übersichtliche Räume und klare Orientierungshilfen erleichtern das Zurechtfinden. Alltagsnahe Tätigkeiten wie Tischdecken, Wäsche zusammenlegen oder gemeinsames Kochen greifen auf lange eingeübte Handgriffe zurück und werden deshalb oft noch lange bewältigt.

Ebenso wichtig ist die Kenntnis der Biografie. Wer weiß, welchen Beruf jemand ausgeübt hat, welche Musik vertraut ist und welche Tageszeit früher wofür stand, kann den Tag entsprechend gestalten. Diese Angaben gehören deshalb von Anfang an in die Pflegeplanung.

Wohnformen bei Demenz

Solange die Versorgung zu Hause tragfähig ist, bleibt sie die naheliegende Lösung. Stößt sie an ihre Grenzen, etwa weil nachts durchgehend jemand ansprechbar sein muss, kommt eine ambulant betreute Wohngemeinschaft in Betracht. Dort leben mehrere Menschen mit vergleichbarem Bedarf zusammen, jeder in einem eigenen Zimmer, mit gemeinsam genutzten Räumen und einer Präsenzkraft vor Ort.

Rechtlich handelt es sich dabei um eine ambulante Versorgung. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind Mieter und behalten ihre Ansprüche gegenüber der Pflegekasse, darunter den Entlastungsbetrag und den Wohngruppenzuschlag. Über die Wahl des Pflegedienstes und die Gestaltung des Zusammenlebens entscheiden sie oder ihre Bevollmächtigten selbst.

Rechtsgrundlage

Häufige Fragen

Führt eine Demenz automatisch zu einem Pflegegrad?

Nein. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern der festgestellte Grad der Selbstständigkeit. Das Begutachtungsinstrument bewertet unter anderem kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen. Beides wirkt sich auf den Pflegegrad aus.

Was unterscheidet eine Demenz-Wohngemeinschaft vom Pflegeheim?

In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sind die Bewohnerinnen und Bewohner Mieter, nicht Heimbewohner. Sie oder ihre Angehörigen entscheiden gemeinsam über die Organisation des Zusammenlebens und die Wahl des Pflegedienstes. Die Gruppe ist kleiner, der Alltag ist an eine gewohnte Haushaltsstruktur angelehnt.

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