Beim Schlucken verschließt der Kehldeckel für einen Moment den Eingang zur Luftröhre, damit nichts in die Atemwege gerät. Funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr zuverlässig, gelangen Speichel, Nahrungsreste oder Flüssigkeit in die Luftröhre. Das nennt man Aspiration.
Warum das in der Intensivpflege wichtig ist
Bei vielen Menschen mit neurologischen Erkrankungen, nach einem Schlaganfall oder nach längerer Beatmung ist der Schluckvorgang gestört. Fachlich spricht man dann von einer Dysphagie. Gerät regelmäßig Material in die Atemwege, kann das die Lunge belasten. Deshalb gehören die Beobachtung des Schluckens, die Lagerung bei den Mahlzeiten und das Absaugen von Sekret zu den täglichen Aufgaben in der außerklinischen Intensivpflege.
Anzeichen, auf die geachtet wird
Typisch sind Husten oder ein Räuspern während oder kurz nach dem Essen, eine belegt klingende Stimme, feuchte Atemgeräusche oder ein langes Verweilen von Nahrung im Mund. Auch wiederholtes Fieber ohne erkennbare Ursache kann ein Hinweis sein. Beobachtungen dieser Art werden dokumentiert und an das behandelnde ärztliche Team weitergegeben, das über die weitere Abklärung entscheidet.
Was zur Vorbeugung gehört
Die Maßnahmen richten sich nach der ärztlichen und logopädischen Einschätzung. Dazu zählen eine aufrechte Position beim Essen und eine Weile danach, eine angepasste Konsistenz von Speisen und Getränken, ein ruhiges Umfeld ohne Zeitdruck sowie eine gründliche Mundpflege. Bei liegender Trachealkanüle kommt die Kontrolle des Cuffdrucks hinzu.
Reicht die Aufnahme über den Mund dauerhaft nicht aus, kann eine Ernährung über eine Sonde in Betracht kommen. Diese Entscheidung trifft das behandelnde ärztliche Team gemeinsam mit der betroffenen Person oder ihrer Vertretung.


