Wer sich frei bewegt, wechselt die Position ständig, meist ohne es zu bemerken. Fällt diese Eigenbewegung weg, übernimmt das Pflegeteam den Positionswechsel. Fachlich spricht man von Positionierung, umgangssprachlich von Lagerung. Gemeint ist dieselbe Maßnahme.
Gebräuchliche Positionen
Die Rückenlage ist der Ausgangspunkt, aus dem heraus variiert wird. Bei der 30-Grad-Seitenposition wird der Körper leicht zur Seite geneigt. Ein Teil des Gewichts verlagert sich damit vom Gesäß auf die seitliche Muskulatur. Die 135-Grad-Position führt weiter in Richtung Bauchlage, wobei ein Arm und ein Bein abgestützt werden. Bei der Mikropositionierung reichen kleine Verschiebungen von wenigen Zentimetern, etwa durch ein flach untergeschobenes Handtuch.
Bei beatmeten Menschen wird zusätzlich die Höhe des Oberkörpers berücksichtigt. Eine erhöhte Oberkörperposition gehört zu den Standardanordnungen, ebenso Positionen, die einen Lungenabschnitt entlasten und einen anderen stärker belüften. Diese atmungsunterstützenden Positionen werden mit dem behandelnden ärztlichen Team und, wo beteiligt, mit der Physiotherapie abgestimmt.
Wie ein Positionierungsplan entsteht
Der Plan hält fest, welche Positionen in welcher Reihenfolge eingenommen werden, in welchen Abständen gewechselt wird und welche Hilfsmittel dafür bereitliegen. Grundlage sind das individuelle Risiko, der Hautbefund, vorhandene Kontrakturen, Schmerzen und die Wünsche der betroffenen Person. Der Plan ist kein starres Schema, sondern wird fortgeschrieben.
Zum Einsatz kommen Kissen, Rollen, gefaltete Decken und Weichlagerungssysteme. Wichtig ist, dass die Auflagefläche möglichst groß bleibt und Knochenvorsprünge frei liegen. Jeder Positionswechsel wird dokumentiert, damit im Team nachvollziehbar bleibt, wann zuletzt welche Position eingenommen wurde.
Wie die Maßnahme durchgeführt wird
Der Wechsel wird angekündigt und langsam ausgeführt, damit er nachvollziehbar bleibt. Gezogen wird nicht, gehoben wird mit Hilfsmitteln und, wo möglich, zu zweit. Scherkräfte an der Haut lassen sich so verringern. Nach dem Wechsel werden Falten in Kleidung und Unterlage geglättet und die Gelenke in eine entspannte Stellung gebracht.
Positionierung dient mehreren Zielen gleichzeitig: der Hautentlastung, dem Erhalt der Beweglichkeit, der Atmung und dem Wohlbefinden. Welche Ziele im Einzelfall im Vordergrund stehen und welche prophylaktischen Maßnahmen daraus folgen, ist in den jeweiligen Einträgen zur Dekubitus- und Kontrakturenprophylaxe beschrieben.


