Obstipation ist der Fachbegriff für Verstopfung. In der außerklinischen Intensivpflege ist sie ein häufiges Thema. Oft kommen mehrere Umstände zusammen: eingeschränkte Beweglichkeit, eine veränderte Nahrungsaufnahme und bestimmte Medikamente. Bei manchen Krankheitsbildern ist zusätzlich die Steuerung der Darmtätigkeit gestört.
Wer besonders betroffen ist
Bei dauerhafter Bettlägerigkeit fehlt der Bewegungsreiz, der die Darmtätigkeit sonst mit anregt. Bei einer Querschnittlähmung kann die nervale Steuerung des Darms betroffen sein. Nach längerer Beatmung und bei starken Schmerzmitteln ist die Darmbewegung ebenfalls häufig verlangsamt. Auch eine ausschließlich über eine Sonde zugeführte Ernährung verändert die gewohnten Abläufe.
Pflegerische Maßnahmen
Den Rahmen bilden immer die ärztlichen Vorgaben, insbesondere zur Trinkmenge. Innerhalb dieses Rahmens achtet das Pflegeteam auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und auf eine Kostform, die mit dem behandelnden ärztlichen Team abgestimmt ist. Mobilisation und Positionswechsel werden konsequent umgesetzt, soweit der Zustand es zulässt.
Hinzu kommen Gewohnheiten, die den Ablauf unterstützen. Dazu zählen feste Zeiten für den Toilettengang, eine ungestörte Situation mit gewahrter Intimsphäre und, wenn möglich, eine sitzende Position. Eine Kolonmassage im Verlauf des Dickdarms kann Teil der Pflegeplanung sein. Sie wird nur nach Absprache und bei Wohlbefinden durchgeführt.
Beobachten und dokumentieren
Grundlage jeder Einschätzung ist ein Ausscheidungsprotokoll. Festgehalten werden Zeitpunkt, Menge und Beschaffenheit sowie Begleiterscheinungen wie ein geblähter Bauch, Übelkeit, Unruhe oder Schmerzäußerungen. Bei Menschen, die sich nicht mitteilen können, sind Mimik und Muskelspannung wichtige Hinweise.
Bleibt der Stuhlgang länger aus als gewohnt oder treten Beschwerden auf, informiert das Pflegeteam das behandelnde ärztliche Team. Über Abführmittel, Klistiere oder weitere Abklärung entscheidet ausschließlich die Ärztin oder der Arzt. Solche Maßnahmen gehören dann zur Behandlungspflege und werden nach Verordnung erbracht.


