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Wachkoma: Versorgung zu Hause und in der Pflege-WG

16. Juli 2026

Die Reha geht zu Ende, und plötzlich steht eine große Frage im Raum. Wie soll es weitergehen? Viele Angehörige fragen sich dann, ob die Wachkoma Pflege zu Hause überhaupt zu schaffen ist. Andere denken über eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft nach oder über eine stationäre Einrichtung. Diese Entscheidung fällt niemandem leicht. Deshalb zeigen wir Ihnen hier in Ruhe, welche Wege es gibt. Außerdem erklären wir, wer die Kosten trägt und welche Rolle Sie als Angehörige behalten. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Sie müssen nichts an einem einzigen Tag entscheiden.

Was Wachkoma bedeutet

Das Wachkoma – fachlich apallisches Syndrom – bezeichnet einen Zustand nach schwerer Hirnschädigung, in dem Betroffene wach erscheinen, aber nicht gezielt auf ihre Umgebung reagieren.

Diese Beschreibung sagt nichts über den weiteren Verlauf aus. Darüber entscheiden ausschließlich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Wir als Pflegedienst stellen keine Prognosen und geben keine Einschätzungen dazu ab. Fragen Sie deshalb bitte immer das behandelnde Ärzteteam. Zudem lohnt sich eine unabhängige Beratung, wenn rechtliche Fragen auftauchen.

Wie viel Menschen im Wachkoma wahrnehmen, lässt sich von außen nicht sicher beurteilen. Deshalb begegnen wir jedem Menschen so, als nehme er alles wahr. Konkret heißt das: Wir sprechen die Menschen an, bevor wir sie berühren. Außerdem kündigen wir jeden Handgriff an. Darüber hinaus erklären wir, was wir gerade tun und warum. Diese Haltung prägt unsere gesamte Arbeit.

Tracheostoma & PEG-Sonde: Versorgung in der Pflege-WG erklärt

Wachkoma-Pflege zu Hause: Welche Versorgung Menschen brauchen

Die Versorgung ist aufwendig und läuft rund um die Uhr. Sie besteht aus vielen einzelnen Bausteinen. Diese greifen ineinander:

  • 1:1-Versorgung beziehungsweise kontinuierliche Beobachtung – eine Pflegefachperson ist ausschließlich für einen Menschen zuständig. Veränderungen fallen dadurch sofort auf.
  • Behandlungspflege – so heißen ärztlich verordnete medizinische Maßnahmen nach § 37 SGB V. Dazu zählen etwa Medikamentengabe, Wundversorgung oder Absaugen.
  • Regelmäßige Lagerung – das Pflegeteam verändert die Körperposition nach einem festen Plan. Damit schützt es die Haut und unterstützt die Atmung.
  • Ernährung über eine PEG-Sonde – das ist eine über die Bauchdecke gelegte Ernährungssonde. Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente laufen darüber direkt in den Magen.
  • Gegebenenfalls Tracheostoma und Absaugen – ein Tracheostoma ist ein operativ angelegter Zugang zur Luftröhre am Hals. Darüber beatmet oder saugt das Team ab. Das Röhrchen darin heißt Trachealkanüle.
  • Kontrakturprophylaxe – gezielte Bewegung der Gelenke, damit diese beweglich bleiben.
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten – Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie kommen ins Haus. Das Pflegeteam stimmt sich eng mit ihnen ab.

Diese Aufgaben verlangen examinierte Fachkräfte. Deshalb übernimmt sie ein Pflegedienst mit entsprechender Zulassung. Aquamarin ist nach § 132l SGB V für die außerklinische Intensivpflege zugelassen und versorgt ausschließlich Erwachsene.

Drei Wege der Versorgung

Grundsätzlich gibt es drei Versorgungsformen. Keine davon ist pauschal besser als die andere. Vielmehr passt jede zu anderen Lebenssituationen. Die folgende Übersicht ordnet die Unterschiede ein:

Versorgungsform Umgebung Rolle der Angehörigen Für wen geeignet
Zu Hause Die vertraute Wohnung, eigene Möbel, eigener Rhythmus. Pflegetechnik zieht mit ein. Sehr nah am Alltag, rund um die Uhr präsent. Auch nachts ist jemand im Haus. Familien mit passenden Räumen und mit Kraft für dauerhafte Nähe.
Intensivpflege-Wohngemeinschaft Eigenes Zimmer in einer gemeinsamen Wohnung. Dazu kommen Gemeinschaftsräume und ein Pflegeteam im Haus. Sie besuchen, gestalten mit und entscheiden mit. Die pflegerische Arbeit leisten Sie jedoch nicht selbst. Menschen mit Bedarf an Versorgung rund um die Uhr. Ebenso für Angehörige, die Nähe wollen und dennoch Entlastung brauchen.
Stationäre Pflegeeinrichtung Ein größeres Haus mit eigener Struktur. Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung kommen aus einer Hand. Sie besuchen und bleiben eingebunden. Die Organisation liegt bei der Einrichtung. Menschen, für die ein umfassendes Angebot unter einem Dach passt.

Welcher Weg infrage kommt, hängt außerdem von der ärztlichen Verordnung ab. Zudem spielt die Genehmigung der Krankenkasse eine Rolle. Lassen Sie sich deshalb frühzeitig beraten, am besten noch während der Reha.

Ambulante Intensivpflege in Essen, Gelsenkirchen und NRW

Wer die Kosten trägt

Hier verlaufen zwei getrennte Linien. Zum einen zahlt die Krankenkasse nach dem SGB V. Sie trägt die Behandlungspflege nach § 37 SGB V und die außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V. Voraussetzung ist eine Verordnung durch besonders qualifizierte Ärzte. Anschließend genehmigt die Krankenkasse die Leistung.

Allerdings ist die Versorgung nicht vollständig zuzahlungsfrei. Versicherte ab 18 Jahren leisten eine Zuzahlung nach § 61 SGB V. Diese ist auf die ersten 28 Kalendertage der Leistungsinanspruchnahme je Kalenderjahr begrenzt.

Zum anderen zahlt die Pflegekasse nach dem SGB XI. Sie leistet auf Basis des Pflegegrades. Dazu gehören Pflegesachleistung, Pflegegeld und der Entlastungsbetrag. Darüber hinaus gibt es in einer ambulant betreuten Wohngruppe den Wohngruppenzuschlag nach § 45f SGB XI. Er beträgt 224 € monatlich.

Leistung Kostenträger Rechtsgrundlage
Behandlungspflege Krankenkasse § 37 SGB V
Außerklinische Intensivpflege Krankenkasse § 37c SGB V
Zuzahlung ab 18 Jahren Versicherte (erste 28 Kalendertage je Kalenderjahr) § 61 SGB V
Pflegesachleistung / Pflegegeld Pflegekasse § 36 / § 37 SGB XI
Entlastungsbetrag (131 € monatlich) Pflegekasse § 45b SGB XI
Wohngruppenzuschlag (224 € monatlich) Pflegekasse § 45f SGB XI

Diese Übersicht bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei strittigen Fragen wenden Sie sich deshalb an eine unabhängige Beratungsstelle oder an einen Fachanwalt für Sozialrecht. Gern unterstützen wir Sie zudem bei der Antragstellung.

Die Rolle der Angehörigen

Sie kennen den Menschen, um den es geht. Sie wissen, welche Musik er mochte und welche Stimmen ihm vertraut sind. Dieses Wissen ist für jedes Pflegeteam wertvoll. Deshalb fragen wir danach und beziehen es in den Alltag ein. Besuchen Sie, bringen Sie Vertrautes mit, erzählen Sie vom Tag. Gleichzeitig dürfen Sie einfach nur da sein, ohne etwas leisten zu müssen.

Allerdings hat auch Ihre Kraft Grenzen. Dauerhafte Sorge zehrt, und zwar körperlich wie seelisch. Deshalb gehört Entlastung zu einer tragfähigen Versorgung dazu. Nehmen Sie Angebote an, bevor Sie am Ende sind. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Beitrag Pflegende Angehörige entlasten. Darüber hinaus besprechen wir Ihre Situation gern persönlich.

Wachkoma-Versorgung bei Aquamarin

Unsere Haus am Bocklerbaum hat ihren Schwerpunkt in der Wachkoma-Versorgung und der Schwerstpflege. Bis zu acht Bewohner leben dort. Sie finden das Haus Am Bocklerbaum 12 in
Essen. Ebenso versorgen wir dort Menschen, deren Trachealkanüle entfernt wurde.

Am 21. April 2026 prüfte der Medizinische Dienst (MD) Nordrhein unseren Pflegedienst unangekündigt. Dabei betrachteten die Prüfer 46 Einzelkriterien. Das Ergebnis: Gesamtnote 1,0. Dieses Ergebnis ersetzt kein persönliches Gespräch. Dennoch zeigt es, wie wir arbeiten.

Über Essen hinaus versorgen wir 18 Städte in NRW, in einem Radius von maximal 85 Kilometern um Essen. Einen Überblick gibt unsere Seite Intensivpflege im Ruhrgebiet und in NRW. Zudem finden Sie alle Orte im Detail unter Versorgungsgebiet.

Häufige Fragen zur Wachkoma-Pflege

Kann ein Mensch im Wachkoma zu Hause gepflegt werden?

Ja, das ist möglich. Voraussetzung sind eine ärztliche Verordnung und die Genehmigung der Krankenkasse. Außerdem braucht es geeignete Räume für die Pflegetechnik. Ebenso muss ein Pflegeteam die Versorgung rund um die Uhr sicherstellen. Ob es im Einzelfall passt, klären Ärzte, Kasse und Familie gemeinsam.

Wer übernimmt die Kosten der Wachkoma-Pflege?

Die Krankenkasse trägt die Behandlungspflege nach § 37 SGB V sowie die außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V. Allerdings leisten Versicherte ab 18 Jahren eine Zuzahlung nach § 61 SGB V. Diese ist auf die ersten 28 Kalendertage je Kalenderjahr begrenzt. Leistungen des Pflegegrades zahlt dagegen die Pflegekasse nach dem SGB XI.

Was ist der Unterschied zwischen Wachkoma und Koma?

Beide Begriffe beschreiben unterschiedliche Zustände nach einer schweren Schädigung des Gehirns. Das Koma bezeichnet einen Zustand tiefer Bewusstlosigkeit. Das Wachkoma – fachlich apallisches Syndrom – bezeichnet dagegen einen Zustand, in dem Betroffene wach erscheinen, aber nicht gezielt auf ihre Umgebung reagieren. Die Abgrenzung nehmen ausschließlich Ärztinnen und Ärzte vor.

Welchen Pflegegrad haben Menschen im Wachkoma in der Regel?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Pflegegrad wird immer individuell festgestellt, und zwar durch eine Begutachtung nach §§ 14 und 15 SGB XI. Dabei zählt der konkrete Hilfebedarf im Alltag. Angesichts des hohen Unterstützungsbedarfs sind es häufig hohe Pflegegrade. Eine feste Zahl nennen wir jedoch bewusst nicht.

Ist eine Pflege-WG für Menschen im Wachkoma geeignet?

Sie kann geeignet sein. Eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft verbindet ein eigenes Zimmer mit einem Pflegeteam im Haus. Dadurch bleibt der Charakter einer Wohnung erhalten. Gleichzeitig läuft die pflegerische Versorgung durchgehend. Ob diese Form passt, hängt jedoch von der ärztlichen Verordnung und der persönlichen Situation ab.

Können Angehörige jederzeit besuchen?

Besuche sind in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft weitgehend frei möglich. Denn die Bewohner leben dort in einer gemeinsamen Wohnung, nicht in einer Einrichtung mit festen Besuchszeiten. Angehörige gehören deshalb zum Alltag dazu. Die konkreten Absprachen treffen wir gern persönlich mit Ihnen.

Fazit

Nach der Reha steht keine einfache Entscheidung an. Dennoch stehen Ihnen drei Wege offen: das Zuhause, die Intensivpflege-Wohngemeinschaft und die stationäre Einrichtung. Jeder Weg hat seine Berechtigung. Wichtig ist deshalb, dass die Versorgung zu Ihrem Menschen und zu Ihrer Familie passt. Außerdem sollten Sie früh klären, was Krankenkasse und Pflegekasse jeweils tragen.

Sprechen Sie mit uns, in Ruhe und ohne Druck. Rufen Sie uns an unter 0201 874 287 28 oder schreiben Sie an info@aquamarin-pflege.de. Aktuelle Kapazitäten sehen Sie unter freie Plätze. Darüber hinaus erreichen Sie uns jederzeit über unser Kontaktformular. Wir hören zu und zeigen Ihnen, was möglich ist.

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