Eine Intensivpflege WG ist eine spezialisierte Wohngemeinschaft, in der Menschen mit intensivem Pflegebedarf gemeinsam leben und rund um die Uhr professionell betreut werden. Dieses Versorgungsmodell verbindet die Sicherheit einer Fachpflegeeinrichtung mit der Wärme und Selbstbestimmung eines persönlichen Zuhauses. Für viele Betroffene und ihre Familien ist die Intensivpflege WG eine attraktive Alternative zum Pflegeheim oder zur häuslichen Versorgung. Erfahren Sie hier alles über Vorteile, Kosten, den Aufnahmeprozess und unsere Wohngemeinschaften in Nordrhein-Westfalen.
Was ist eine Intensivpflege-WG?
In einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft leben in der Regel acht bis zwölf Menschen mit intensivem Pflegebedarf unter einem Dach. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, das individuell eingerichtet werden kann. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsräume wie Wohnzimmer, Küche und Bäder, die das soziale Miteinander fördern.
Das Besondere an einer Intensivpflege WG: Im Gegensatz zu einem Pflegeheim handelt es sich rechtlich um eine ambulant betreute Wohnform. Die Bewohner oder ihre gesetzlichen Vertreter schließen einen Mietvertrag für das Zimmer und beauftragen einen ambulanten Pflegedienst mit der Versorgung. Sie behalten damit ein höheres Maß an Selbstbestimmung als in einer stationären Einrichtung.
Die pflegerische Versorgung wird von speziell geschulten Pflegefachkräften übernommen, die im Schichtdienst arbeiten und jederzeit vor Ort sind. Je nach Betreuungsschlüssel kann es sich um eine 1:1- oder eine 1:2-Versorgung handeln, abhängig vom individuellen Pflegebedarf der Bewohner.
Vorteile einer Intensivpflege-Wohngemeinschaft
Die Intensivpflege-Wohngemeinschaft bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Versorgungsformen. Diese betreffen sowohl die pflegerische Qualität als auch die Lebensqualität der Bewohner.
Professionelle Rund-um-die-Uhr-Versorgung
Qualifizierte Pflegefachkräfte sind 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr vor Ort. Modernste medizinische Ausstattung ist vorhanden, und in Notfallsituationen können sofort Maßnahmen ergriffen werden. Die Infrastruktur einer WG ist speziell auf die Bedürfnisse intensivpflegebedürftiger Menschen ausgelegt.
Familiäre Atmosphäre und soziale Teilhabe
Im Gegensatz zu großen Pflegeeinrichtungen herrscht in einer WG eine überschaubare, familiäre Atmosphäre. Die Bewohner kennen einander und bauen Beziehungen auf. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, Musikhören oder Feste feiern bereichern den Alltag. Angehörige sind jederzeit willkommen und können das WG-Leben aktiv mitgestalten.
Selbstbestimmung und Individualität
In einer Intensivpflege WG bestimmen die Bewohner – soweit es ihr Gesundheitszustand erlaubt – ihren Tagesablauf selbst. Es gibt keine starren Essenszeiten oder vorgeschriebene Routinen wie in einem Pflegeheim. Das eigene Zimmer kann nach persönlichem Geschmack eingerichtet werden, und Haustiere sind in vielen WGs willkommen.
Entlastung für Angehörige
Für Familienmitglieder bietet die WG eine erhebliche Entlastung. Sie wissen ihren Angehörigen in professionellen Händen und können die gemeinsame Zeit für schöne Momente nutzen, statt selbst pflegen zu müssen. Gleichzeitig sind sie nah dran und können das Leben in der WG mitgestalten.
Kostenvorteile gegenüber der häuslichen Intensivpflege
Da sich in einer WG mehrere Bewohner die Infrastruktur und Teile des Pflegepersonals teilen, können die Kosten pro Person geringer sein als bei einer reinen 1:1-Versorgung zu Hause. Gleichzeitig bleibt die Qualität der Pflege auf höchstem Niveau.
Für wen ist eine Intensivpflege-WG geeignet?
Eine Intensivpflege WG richtet sich an Menschen, die auf eine dauerhaft intensive pflegerische Versorgung angewiesen sind. Typische Bewohner sind:
- Beatmungspflichtige Patienten mit Tracheostoma oder nicht-invasiver Beatmung
- Menschen im Wachkoma oder mit schweren Bewusstseinsstörungen
- Betroffene mit neurologischen Erkrankungen wie ALS, MS oder Schädel-Hirn-Trauma
- Patienten nach schweren Schädel-Hirn-Verletzungen oder Schläganfällen
- Menschen mit hohem Querschnitt und Beatmungsbedarf
- Ältere Menschen mit komplexem Pflegebedarf und Demenz
Grundsätzlich ist eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft für jeden geeignet, der eine professionelle Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigt und gleichzeitig von einem gemeinschaftlichen Wohnkonzept profitieren möchte. Ein Vergleich zwischen Intensivpflege-WG und Pflegeheim kann bei der Entscheidung helfen.
Kosten und Finanzierung
Die Finanzierung einer Intensivpflege WG setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Im Vergleich zur häuslichen Intensivpflege kann die WG-Versorgung kostengünstiger sein, da bestimmte Ressourcen geteilt werden.
Miete für das Zimmer
Jeder Bewohner zahlt eine monatliche Miete für sein Zimmer inklusive Nebenkosten und anteiligem Gemeinschaftsbereich. Die Höhe variiert je nach Standort und Ausstattung. Für Empfänger von Sozialleistungen kann das Sozialamt die Mietkosten übernehmen.
Pflegekosten
Die Kosten für die medizinische Behandlungspflege trägt die Krankenkasse nach § 37 und § 37l SGB V. Die Grundpflege wird über Leistungen der Pflegeversicherung finanziert: Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI und gegebenenfalls zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI. Nähere Informationen finden Sie in unserem Überblick zu Zuschüssen und Förderung.
Verpflegung und Hauswirtschaft
Für Verpflegung und hauswirtschaftliche Leistungen wird in der Regel eine monatliche Pauschale erhoben. Diese lässt sich teilweise über den Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung finanzieren.
Wohngruppenzuschlag
Bewohner einer ambulant betreuten Wohngruppe haben Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag von derzeit 224 Euro monatlich. Dieser Betrag dient zur Finanzierung einer Präsenzkraft, die die Organisation des Alltags in der WG unterstützt.
Insgesamt zeigt sich: Durch die Kombination verschiedener Finanzierungsquellen ist der Eigenanteil für Bewohner einer Intensivpflege WG in vielen Fällen überschaubar. Eine individuelle Beratung hilft, die konkrete finanzielle Situation zu klären.
Der Aufnahmeprozess
Der Weg in eine Intensivpflege-Wohngemeinschaft ist sorgfältig strukturiert, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. In der Regel umfasst er folgende Schritte:
- Erstkontakt und Beratung: Sie nehmen Kontakt zu uns auf und schildern Ihre Situation. Wir beraten Sie ausführlich zu unseren WGs und prüfen, ob ein Platz verfügbar ist.
- Bedarfsermittlung: Ein Pflegeexperte besucht den zukünftigen Bewohner – in der Klinik oder zu Hause – und erfasst den individuellen Versorgungsbedarf.
- Besichtigung der WG: Angehörige und – wenn möglich – der Betroffene selbst können die WG besichtigen, das Team kennenlernen und sich einen persönlichen Eindruck verschaffen.
- Vertragsabschluss: Es werden ein Mietvertrag und ein Pflegevertrag geschlossen. Alle finanziellen Aspekte werden transparent besprochen.
- Einzugsplanung: Der Einzug wird sorgfältig vorbereitet. Das Zimmer wird eingerichtet, Hilfsmittel werden bereitgestellt, und das Pflegeteam wird auf den neuen Bewohner eingearbeitet.
- Einzug und Einlebephase: Die ersten Wochen werden besonders intensiv begleitet, damit sich der neue Bewohner wohlfühlt und gut in der Gemeinschaft ankommt.
Unsere Intensivpflege-WGs in NRW
Aquamarin Pflege betreibt mehrere Intensivpflege-Wohngemeinschaften in Nordrhein-Westfalen. Jede unserer Wohngemeinschaften zeichnet sich durch helle, modern ausgestattete Räume, ein erfahrenes Pflegeteam und eine herzliche Atmosphäre aus.
- Haus am Böcklerbaum, Essen-Kray: Diese WG bietet Plätze für beatmungspflichtige und intensivpflegebedürftige Menschen in einer ruhigen Wohngegend. Barrierefreie Räume, ein Gemeinschaftsgarten und eine familiäre Atmosphäre zeichnen diesen Standort aus.
- Haus am Dellmannsweg, Essen: Unser Standort am Dellmannsweg ist spezialisiert auf die Versorgung von Menschen mit Tracheostoma und Beatmungspflichtigkeit. Modernste Ausstattung und ein engagiertes Team garantieren höchste Versorgungsqualität.
- WG Gelsenkirchen-Erle: Diese Wohngemeinschaft ist speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet. Ein durchdachtes Raumkonzept, geschultes Personal und ein strukturierter Tagesablauf bieten Sicherheit und Geborgenheit.
Häufige Fragen zur Intensivpflege-WG
Kann ich mein Zimmer selbst einrichten?
Ja. Jeder Bewohner kann sein Zimmer nach eigenen Wünschen gestalten. Persönliche Möbel, Bilder und Erinnerungsstücke sind ausdrücklich willkommen. Ein vertrautes Umfeld trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei.
Wie oft können Angehörige zu Besuch kommen?
In einer Intensivpflege WG gibt es keine festen Besuchszeiten. Angehörige sind jederzeit willkommen – auch ohne vorherige Anmeldung. Viele Familien bringen sich aktiv in den Alltag ein, etwa beim gemeinsamen Kochen oder bei Ausflügen.
Besteht ein Anspruch auf einen WG-Platz?
Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf einen bestimmten WG-Platz. Die Verfügbarkeit hängt von freien Kapazitäten ab. Wir empfehlen, sich frühzeitig bei uns zu melden, um einen Platz zu sichern.
Was passiert, wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert?
Die Intensivpflege WG ist darauf ausgerichtet, auch bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Das Pflegeteam passt die Versorgung flexibel an und arbeitet eng mit den behandelnden Ärzten zusammen.
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