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Pflegenoten abgeschafft: So erkennen Sie ab Juli 2026 die Qualität eines Pflegedienstes

10. Juli 2026

Pflegenoten abgeschafft: Diese Nachricht verunsichert derzeit viele Angehörige. Sie suchen einen Pflegedienst und finden keine Note mehr. Das ist kein Fehler. Denn seit dem 1. Juli 2026 bewertet der Medizinische Dienst ambulante Pflegedienste anders. Die vertraute Schulnote fällt weg. An ihre Stelle treten vier Qualitätsstufen. Die Prüfung selbst verschwindet allerdings nicht. Sie wird lediglich neu dargestellt. Zudem treffen Sie übergangsweise noch auf beide Darstellungen. Dieser Beitrag erklärt Ihnen, was sich konkret geändert hat. Außerdem zeigen wir Ihnen, woran Sie die Qualität eines Pflegedienstes jetzt erkennen. Schließlich lesen Sie, welches Ergebnis unsere eigene Prüfung gebracht hat.

Was sich zum 1. Juli 2026 geändert hat

Seit dem 1. Juli 2026 werden ambulante Pflegedienste nicht mehr mit Schulnoten von 1,0 bis 6,0 bewertet, sondern in vier Qualitätsstufen eingeteilt.

Grundlage sind die neuen Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die ambulante Pflege. Fachlich heißen sie QPR ambulante Pflege Teil 1a und Teil 1b. Zeitgleich trat die neue Qualitätsdarstellungsvereinbarung ambulant in Kraft. Außerdem gelten seit demselben Tag die neuen Maßstäbe und Grundsätze (MuG) für die ambulante Pflege. Alle drei Regelwerke greifen also gemeinsam seit dem 1. Juli 2026. Veröffentlicht werden sie vom Medizinischen Dienst Bund. Dort finden Sie die Originaldokumente im Volltext.

Für Sie als Angehörige ändert sich vor allem die Darstellung. Der Medizinische Dienst prüft weiterhin vor Ort. Er sieht weiterhin Pflegedokumentationen ein. Zudem spricht er weiterhin mit versorgten Menschen. Lediglich das Ergebnis erscheint künftig in Worten statt in einer Zahl. Deshalb lohnt es sich, das neue Raster einmal in Ruhe zu verstehen.

Die vier neuen Qualitätsstufen

Die Qualitätsdarstellungsvereinbarung ambulant benennt vier Stufen. Sie beschreiben, in welchem Ausmaß eine Prüfung Qualitätsdefizite festgestellt hat. Die folgende Tabelle zeigt die Bezeichnungen im Wortlaut.

Stufe Bezeichnung Was sie bedeutet
Stufe 1 Keine oder geringe Qualitätsdefizite Die Prüfung stellte keine oder nur geringe Defizite fest.
Stufe 2 Moderate Qualitätsdefizite Die Prüfung stellte Defizite in moderatem Umfang fest.
Stufe 3 Erhebliche Qualitätsdefizite Die Prüfung stellte Defizite in erheblichem Umfang fest.
Stufe 4 Schwerwiegende Qualitätsdefizite Die Prüfung stellte Defizite in schwerwiegendem Umfang fest.

Die Logik dreht sich damit um. Früher stand eine gute Zahl für gute Arbeit. Heute benennt der Bericht direkt, ob und wie stark Defizite auftraten. Das klingt zunächst ungewohnt. Allerdings ist die Aussage präziser. Denn eine Stufe beschreibt einen Zustand, keine Punktrechnung.

Warum die Pflegenoten abgeschafft wurden

Die Pflegenoten wurden abgeschafft, weil sie kaum differenzierten. Das ist der zentrale Kritikpunkt am alten System. Eine Note, die fast alle Dienste ähnlich einordnet, hilft bei der Auswahl wenig. Angehörige konnten daraus also kaum echte Unterschiede ablesen. Zudem ließ sich aus einer einzelnen Zahl schwer erkennen, worauf sie sich stützte.

Das neue System benennt Qualitätsdefizite deshalb direkt beim Namen. Es fasst nicht mehr alles zu einem Mittelwert zusammen. Darüber hinaus rückt der Prüfbericht selbst stärker in den Vordergrund. Dennoch gilt: Auch eine Stufe ersetzt kein persönliches Gespräch. Sie ist ein Baustein Ihrer Entscheidung, nicht die ganze Entscheidung.

Alte Note oder neue Stufe — was gilt für welchen Dienst?

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Prüfung. Nicht der Zeitpunkt, an dem Sie das Ergebnis lesen. Die folgende Tabelle zeigt die Zuordnung.

Zeitpunkt der Prüfung Welches System gilt Was Sie sehen
Prüfung bis 30.06.2026 Altes System Schulnote von 1,0 bis 6,0, dazu Noten je Qualitätsbereich
Prüfung ab 01.07.2026 Neues System Eine der vier Qualitätsstufen statt einer Note

Die Umstellung erfolgt schrittweise. Übergangsweise werden Sie deshalb beide Darstellungen antreffen. Ein Dienst mit einer Prüfung aus dem Frühjahr 2026 trägt also weiterhin eine Note. Ein Dienst, der später geprüft wurde, trägt eine Stufe. Beides steht nebeneinander, ohne dass eines das andere entwertet. Vergleichen Sie deshalb nicht Note gegen Stufe. Schauen Sie stattdessen auf das Prüfdatum und auf den Bericht.

MD-Prüfung 2026: Aquamarin Pflege erreicht Bestnote 1,0

Worauf Sie bei der Anbieterwahl jetzt achten sollten

Ohne Note brauchen Sie andere Anhaltspunkte. Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei. Sie funktionieren unabhängig davon, welches System für einen Dienst gilt.

  • Wann wurde geprüft? Ein Ergebnis beschreibt immer den Prüftag. Je aktueller das Datum, desto aussagekräftiger.
  • War die Prüfung unangekündigt? Regelprüfungen finden unangekündigt statt. Fragen Sie deshalb ruhig nach der Prüfart.
  • Wie viele Kriterien wurden geprüft? Der Umfang zeigt, wie tief der Medizinische Dienst geschaut hat.
  • Ist der Bericht einsehbar? Ein Dienst, der den vollständigen Prüfbericht zeigt, macht seine Arbeit transparent.
  • Liegt eine Zulassung nach § 132l SGB V vor? Für die außerklinische Intensivpflege ist dieser Versorgungsvertrag die Grundlage.
  • Stimmt die Qualifikation? Pflegefachpersonen in der Intensivpflege erfüllen die Anforderungen der Rahmenempfehlungen nach § 132l Abs. 1 SGB V.
  • Reicht das Versorgungsgebiet bis zu Ihnen? Prüfen Sie das Versorgungsgebiet im Ruhrgebiet und in NRW vor dem ersten Gespräch.

Diese Kriterien gelten allgemein. Sie sind kein Werturteil über einzelne Anbieter. Vielmehr geben sie Ihnen eine Struktur für das Gespräch. Fragen Sie außerdem, wer Sie im Alltag betreut. Denn Qualität entsteht am Bett, nicht auf dem Papier.

Unser Prüfergebnis

Der Medizinische Dienst Nordrhein prüfte die Aquamarin GmbH am 21. April 2026. Es handelte sich um eine unangekündigte Regelprüfung. Das Ergebnis: Gesamtnote 1,0 (sehr gut). Alle drei geprüften Qualitätsbereiche erhielten ebenfalls die Note 1,0. Das betrifft die pflegerischen Leistungen, die ärztlich verordneten Leistungen sowie Dienstleistung und Organisation. Geprüft wurden dabei 46 Einzelkriterien.

Diese Prüfung fiel noch unter das alte System. Denn sie fand vor dem 1. Juli 2026 statt. Deshalb erscheint unser Ergebnis als Note und nicht als Qualitätsstufe. Rechtsgrundlage für die Veröffentlichung ist § 115 Abs. 1a SGB XI. Den vollständigen Bericht finden Sie auf unserer Seite zur Qualität. Zudem haben wir die Prüfung im Beitrag zur MD-Prüfung unseres Pflegedienstes in Essen ausführlich erklärt.

Intensivpflege-WG sinnvoll

Häufige Fragen zur Abschaffung der Pflegenoten

Gibt es 2026 noch Pflegenoten für ambulante Pflegedienste?

Ja, aber nur aus Prüfungen bis zum 30. Juni 2026. Für Prüfungen ab dem 1. Juli 2026 vergibt der Medizinische Dienst keine Schulnoten mehr. Stattdessen ordnet er den Dienst einer von vier Qualitätsstufen zu. Übergangsweise treffen Sie deshalb auf beide Darstellungen.

Was bedeuten die vier neuen Qualitätsstufen?

Die vier Stufen beschreiben, wie stark eine Prüfung Qualitätsdefizite festgestellt hat. Sie heißen: keine oder geringe Qualitätsdefizite, moderate Qualitätsdefizite, erhebliche Qualitätsdefizite sowie schwerwiegende Qualitätsdefizite. Die erste Stufe ist damit die günstigste, die vierte die ungünstigste. Festgelegt sind sie in der Qualitätsdarstellungsvereinbarung ambulant.

Sind alte Pflegenoten noch gültig?

Eine Note aus einer Prüfung bis zum 30. Juni 2026 wurde regulär nach dem damals geltenden System erteilt. Sie beschreibt den Stand am Prüftag. Neue Prüfungen erhalten dagegen eine Qualitätsstufe. Achten Sie deshalb immer auf das Prüfdatum. Es sagt Ihnen, worauf sich das Ergebnis bezieht.

Wo finde ich das Prüfergebnis eines Pflegedienstes?

Fragen Sie den Pflegedienst direkt nach dem vollständigen Prüfbericht. Die Veröffentlichung der Ergebnisse regelt § 115 Abs. 1a SGB XI. Viele Dienste stellen den Bericht zusätzlich auf ihrer Website bereit. Ein seriöser Anbieter zeigt ihn Ihnen ohne Umwege. Zögern Sie also nicht, danach zu fragen.

Wer prüft ambulante Pflegedienste?

Ambulante Pflegedienste prüft der Medizinische Dienst (MD). Rechtsgrundlage der Qualitätsprüfung ist § 114 SGB XI. Regelprüfungen finden unangekündigt statt. Zuständig ist jeweils der Medizinische Dienst des Bundeslandes. Für Essen und das Ruhrgebiet ist das der Medizinische Dienst Nordrhein.

Was ist der Unterschied zwischen MD und MDK?

Inhaltlich gibt es keinen Unterschied — MDK ist lediglich der frühere Name. Seit 2020 heißt die Organisation Medizinischer Dienst, kurz MD, ehemals MDK. Die Aufgaben blieben dieselben. Dennoch begegnet Ihnen die alte Abkürzung noch in älteren Unterlagen. Gemeint ist dabei stets dieselbe Institution.

Welches Prüfergebnis hat Aquamarin?

Die Aquamarin GmbH erhielt am 21. April 2026 die Gesamtnote 1,0 (sehr gut). Geprüft hat der Medizinische Dienst Nordrhein in einer unangekündigten Regelprüfung. Alle drei Qualitätsbereiche wurden mit 1,0 bewertet. Insgesamt flossen 46 Einzelkriterien in die Prüfung ein. Den Bericht können Sie jederzeit einsehen.

Fazit: Fragen Sie nach dem Prüfbericht

Die Pflegenoten sind abgeschafft. Trotzdem bleibt die Qualitätsprüfung erhalten. Sie zeigt sich künftig nur anders. Deshalb lohnt sich der Blick auf das Prüfdatum, auf die Prüfart und auf den Umfang. Darüber hinaus zählt vor allem eines: der vollständige Prüfbericht. Wer ihn offen zeigt, gibt Ihnen echte Information statt einer Zahl. Fragen Sie also nach — bei jedem Dienst, den Sie in Betracht ziehen.

Sie suchen eine Versorgung in der außerklinischen Intensivpflege für einen erwachsenen Angehörigen? Dann sprechen Sie mit uns. Rufen Sie uns an unter 0201 874 287 28. Wir sind montags bis freitags von 09:00 bis 19:00 Uhr und samstags von 09:00 bis 17:00 Uhr erreichbar. Alternativ erreichen Sie uns jederzeit über unser Kontaktformular. Gern nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen.

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